Eisenmangel: Ernährung und Tabletten genügen meistens nicht

Der durch die Menstruationsblutung häufig verursachte Eisenmangel ist viel zu stark, als dass er durch optimale Ernährung oder aber mit Eisentabletten ausgeglichen werden könnte. Dies wurde schon 1957 an der Universitätsklinik Innsbruck und 1971 an der Charité Universitätsmedizin Berlin erkannt. Deshalb behandelte man bereits damals (wenn auch leider nur vorübergehend) von einem menstruationsbedingten Eisendefizit betroffene Frauen erfolgreich mit Infusionen. Offenbar in völliger Unkenntnis dessen veröffentlichte der Hamburger SPIEGEL (siehe Spiegelartikel) im Juni 2016 die Behauptung, Eisentabletten könnten sehr wohl zum gewünschten therapeutischen Ziel führen, und das defizitäre Element müsse nur selten intravenös verabreicht werden.

In der Schweiz jedoch hat sich in dieser Frage während der letzten zehn Jahre das Blatt völlig gewendet. Nach der Basler Wiederentdeckung des Eisenmangelsyndroms erhalten hier inzwischen die an Eisenmangel leidenden Frauen im Menstruationsalter intravenöses Eisen als Erstlinientherapie, und dies mit nachgewiesenem Erfolg.

Die Hochschulmedizin jedoch bringt den Ärzten leider immer noch und geradezu stereotyp bei, eine optimale Ernährung oder aber die Gabe von Eisentabletten reichten für die Behandlung der betreffenden Frauen völlig aus. Vor diesem Hintergrund verschreiben die allermeisten Ärzte gleichsam „in blindem Glauben“ Eisentabletten, ohne sich im Klaren darüber zu sein, was sie damit eigentlich anrichten. Die von ihnen so behandelten Patientinnen werden damit nur selten gesund. Immer und immer wieder muss – völlig unnötig – abgeklärt und eine weitere, letztlich doch wieder falsche Behandlungsvariante versucht werden. Dies in der Summe für recht teures Geld. Nicht zuletzt deshalb lautet das Credo der Swiss Iron Health Organisation SIHO: Gesündere Menschen für geringere Kosten! (Eisenresolution)

In der Schweiz handelt man mithin in der Frage des Eisenmangels nicht mehr aufgrund der nachweislich längst überholten schulmedizinischen Vermutungen, sondern lässt sich von wissenschaftlich belegten Daten leiten – ganz nach dem wohl allgemein anerkannten Motto: Wissen statt Glauben! In diesem Sinne sind auch sehr viele Frauen hierzulande inzwischen nicht länger bereit, ihre durch menstrual bedingten Eisenverlust gewissermassen „natürliche Benachteiligung“ einfach so hinzunehmen. Sie fordern deshalb bei ihren Ärzten die intravenösen Eisenrückgaben immer wieder ein – in individuellen Intervallen, regelmässig und sobald es nötig ist (IronXchange).

Im Spiegelartikel vom Juni 2016 wird erwähnt, dass in Deutschland sogar etwa 20 Millionen Menschen an Eisenmangel leiden. Auch diese könnten erfolgreich (und kostengünstig) behandelt werden, erhielten sie, wie in der Schweiz, das Eisen auf intravenöse, also sehr wirksame und gleichzeitig gut verträgliche Weise in erster Linie.

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